Dynamik nimmt zu die gemeinsame Nutzung erneuerbarer Energien im Wallis

Nur wenige Monate nach ihrer Gründung beweist COPÉR – die Praxisgemeinschaft für den Austausch im Bereich erneuerbarer Energien – bereits, dass sie einem echten Bedarf in der Region gerecht wird. An den ersten drei Treffen nahmen mehr als 120 Teilnehmer teil : Vertreter von Kommunen, Unternehmen, Netzbetreibern, Verbänden, Hochschulen und der Zivilgesellschaft kamen zusammen, um sich zu informieren, auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Ein wachsendes Interesse an Energiegemeinschaften

Die ersten Sitzungen brachten eine gemeinsame Erkenntnis zutage: Die Bürger möchten eine aktive Rolle bei der Energiewende spielen. In den Diskussionen zeigte sich großes Interesse an den neuen Möglichkeiten, die lokale Stromgemeinschaften (LEC) und virtuelle Verbrauchernetzwerke (vLCN) bieten. Viele Teilnehmer erklärten sich bereit, ihre Energie zu teilen, äußerten jedoch gleichzeitig den Wunsch, die technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Aspekte dieser neuen Modelle besser zu verstehen.

Über die technischen und wirtschaftlichen Fragen hinaus wurde an diesen Abenden etwas ebenso Wesentliches deutlich: Die gemeinsame Nutzung von Energie beginnt mit dem Austausch zwischen den Menschen. Energiegemeinschaften entstehen durch Begegnungen, Dialog und Vertrauen zwischen den lokalen Akteuren.

Der bisherige Weg

21. April – L’Archipel, Sion

Warum, wie und mit wem sollten wir Energie teilen? Mit Ulrike Sturm (HSLU), Karine Roch (Energie Citoyenne) und Tristan Loloum (HES-SO Valais)

8. Mai – Provins, Espace Tourbillon, Sion

Solarenergie für alle: soziale Innovation für die gemeinsame Energienutzung – die Projektausschreibung „Future Urban Society Innovation Booster“

23. Juni – Martigny

Lohnt sich die gemeinsame Energienutzung? Ein Einblick in die Wirtschaftsmodelle mit Stéphane Genoud (HES-SO Wallis), Thomas Cretton (Synergy), Lionel Bloch (Planair) und Mathieu Giroud (CREM)

Von Gesprächen zu konkreten Projekten

Im Rahmen einer vom «Future Urban Society Innovation Booster» ins Leben gerufenen und von Innosuisse unterstützten Projektausschreibung wurden zwei Projekte aus dem Wallis ausgewählt, die jeweils eine Förderung in Höhe von 22'500 CHF erhielten, um neue Ansätze für Energiegemeinschaft zu erproben.

TOURNESOL wird im Stadtteil Courvieux in Martigny umgesetzt. Diese Initiative im Bereich der sozialen Innovation wird die Anwohner beim Aufbau einer lokalen Energiegemeinschaft unterstützen. Dabei kommen partizipative Workshops und digitale Open-Source-Tools zum Einsatz, um neue Wege der Erzeugung, Verteilung und gemeinsamen Nutzung erneuerbarer Energien zu erproben. Das Ziel: zu zeigen, dass eine erfolgreiche Energiewende ebenso sehr vom Engagement der Bürger wie von der Technologie abhängt.GovLab wird ein Governance-Modell entwickeln, um Energiegemeinschaft in der gesamten Schweiz zu unterstützen. Vorgeschlagen wird eine neue Rolle, der „Community Energy Steward“, der lokale Gemeinschaften unterstützt und eine Brücke zwischen den technischen, organisatorischen und menschlichen Aspekten der Energiewende schlägt – gestützt auf eine digitale Open-Source-Plattform, die sich leicht an anderen Orten replizieren lässt.

Zusammen verdeutlichen diese beiden Projekte, worum es bei COPÉR geht: den Austausch in Experimente umzuwandeln, Hindernisse für die gemeinsame Energienutzung zu beseitigen und inspirierende Vorbilder für andere Gemeinden zu schaffen.

Wie geht es weiter?

Das COPÉR-Programm wird im September fortgesetzt, mit neuen Veranstaltungen zu den Themen Governance, rechtliche Rahmenbedingungen, technische Lösungen und Erkenntnisse aus den ersten Pilotprojekten. Durch die Aufrechterhaltung dieser gemeinsamen Dynamik möchte COPÉR die langfristige Entwicklung der Energiegemeinschaft Wallis unterstützen.